Debian

Das Betriebssystem Debian ist eine Linux-Distribution, die eine umfangreiche Auswahl an Werkzeugen und Anwendungsprogrammen enthält. Im Februar 2008 wurde die aktuelle Version 4.0r3 veröffentlicht.

Das Debian-Projekt startete 1993. Mittlerweile arbeiten tausende Mitarbeiter an der Zusammenstellung des Systems. Debian bezeichnet seine Distribution als GNU/Linux. Damit folgt das Projekt der Auffassung der Stiftung für freie Software. Man kann ein Debian-Entwickler werden, wenn man New-Maintainer-Verfahren mit Erfolg durchläuft, das die Ideologie des Bewerbers testet.

Das Debian-System verfügt über einen Managementsystem Advanced Packaging Tool (APT), das die Ersetzung ältere Versionen durch neue und die Installation aktueller Softwarepakete wesentlich erleichtert.
Dieses System ist für die Auflösung aller Abhängigkeiten bzw. für die Installation aller Programmpakete, die benötigt werden zuständig.

Debian behandelt öffentlich die Software- sowie Sicherheitsprobleme, führt öffentliche Diskussionen und versendet die Sicherheitsgutachten ebenso öffentlich über die Mailing-Liste. Die Bekanntgabe findet dann auch öffentlich statt. Durch diese Verfahrensweise können die Sicherheitslücken schneller aufgefunden und behoben werden.

Debian bietet parallel Varianten stable, testing und unstable an. Die offiziell veröffentlichte Version stable enthält getestete und aufeinander abgestimmte Pakete und momentan verfügbare Sicherheitsupdates.
Die Debian-Versionen werden alle einanhalb Jahre aktualisiert. Daher ist die stable-Version für Server-Systeme geeignet, die langfristig stabil ablaufen müssen. Alte Versionen bleiben zudem verfügbar.

Testing-Version ist für eine nächstanstehende Veröffentlichung geeignet, wobei nach dieser Veröffentlichung testing komplett identisch mit stable ist. Updates und aktuelle Anwendungspakete werden in testing schrittweise eingebunden und hat keinen Festsatz von Programmpaketen. Somit entwickelt sich die testing-Version immer weiter und das System bleibt jederzeit einsatzfähig.

Vor der Integration der neuen Paketversionen und Programmen in testing wird die unstable-Version benötigt, die die Fehlerprüfungen durchführt. Das Paket oder Programm werden nach einer Testzeit von zwei bis zehn Tagen in testing eingebunden, wenn keine für die Version schwerwiegende Fehler auftreten.

Die Version experimental wird vereinzelt als Vorstufe für die unstable-Version benutzt. Die Änderungen mit einer möglichen Auswirkungen auf das Debian-System werden dort ausprobiert. Experimental ist keineswegs eine vollständige Paketsammlung und enthält solche Programme, die einer bestimmten Untersuchung dienen. Jede Debian-Variante besitzt einen vom Film „Toy Story“ stammenden Codenamen. Stable wird zur Zeit als „Etch“, testing als „Lenny“ und unstable als „Sid“ bezeichnet.

Die Veröffentlichungen neuer Versionen fanden in der Vergangenheit eher selten statt, worauf es unterschiedliche Reaktionen gab. Zum einen wurden die Pakete miteinander vermischt, was jedoch bei einer starken Differenz zwischen den zentralen Systemteilen unmöglich war. Also wurde eine Änderung zwischen „Etch“ und „Sarge“ vorgenommen, die einen zusätzlichen Update forderte. Für Aufgaben wie Viren- und Spamerkennung wird von Debian ein „volatile“-Paket angeboten. Bei manchen Programmen helfen die Pakete aktueller Programmversionen namens Backports.

Die Abteilung „main“ enthält innerhalb einer Version das eigentliche System und besteht fast ausschließlich aus Freeware. Allein mit main-Paketen ist die Installation eines laufendes Systems möglich. Die Abteilung „non-free“ verfügt über die proprietäre Software und „contrib“ enthält freie Software, die nicht ohne non-free-Software läuft. „Non-free“ und „contrib“ sind für Debian inoffiziell, werden aber
durch die main-Infrastruktur unterstützt. 2002 wurde das Betriebssystem GNU/LinEx entwickelt, das auf Debian-System basiert, und in den Behörden und Schulen eingeführt ist.

Außer der Linux-Distribution stellt das Debian-Projekt weitere Versionen des GNU-Systems zur Verfügung. Dazu gehören Debian GNU/kFreeBSD, Debian GNU/NetBSD und Debian GNU/HURD.
Diese Versionen spielen in der Verbreitung keine Rolle. Die Linux-Distribution fasst außerdem einige Ableger aus dem Bereich Custom Debian Distribution zusammen.

Populärer als das System selbst sind inzwischen eigenständige Distributionen wie Knoppix und Ubuntu, die ebenfalls auf das Debian-System basieren.